Freitag, 30. Juli 2010

Muas

Wenn ich Muas höre, kommen bei mir Kindheitserinnerungen hoch. Ich war als Kind im Sommer immer in der Sommerfrische bei meiner Oma im Sarntal und diese hat uns oft eine Pfanne Muas gekocht. Es ist aber schon sehr lange her, daß ich Muas gegessen habe und das Muas auf der Flatschbergalm hat mich an dies Zeiten zurückerinnert. Zufällig blättere ich einige Tage nach unserer Wanderung die Broschüre Bäuerlicher Feinschmecker  des roten Hahnes durch, und entdecke dort das Rezept zum " MUAS " von der Ultner Bäuerin Elisabeth vom Falschauerhof in Ulten, St. Gertraud.
Irmgard vom der Flatschbergalm hat es mir auch so erklärt.

Zutaten

175 g Butter
2 l Frischmilch
300 g Maismehl ( mittelfeine Polenta )
1 Prise Salz
2 El Weizenmehl
ca. 100 ml Wasser

Zubereitung

25 g Butter in der Muaspfanne schmelzen, Weizenmehl dazugeben, etwas anbräunen lassen und mit dem Wasser aufgiessen. Anschliessend die Milch dazugeben, salzen, kurz aufkochen lassen und das Maismehl langsam hineinrühren. Unter ständigem Rühren bei reduzierter hitze 30 Minuten köcheln lassen. Die letzten 5 Minuten nicht mehr rühren. Nund die restliche Butter in einer separaten Pfanne goldbraun schmelzen und über dem Muas verteilen.

Wir als Kinder haben immer noch einen Löffel Zucker darübergestreut und das beste kommt immer noch am Schluß; das sind die "Roschpen", am Pfannenboden das leicht angebrannte.

Hier die Bilder vom Muaskochen der Wirtin Irmgard auf der Flatschbergalm.










Wanderung auf die hintere Flatschbergalm - Ultental

Der Anlass war der Geburtstag eines Arbeitskollegen, den wir überraschten und eine Wanderung auf die hintere Flatschbergalm am Talschluß des Ultentales machten. Das Wetter war nicht das gewünschte, deshalb wurde aus der geplanten Rundwanderung auch nur der Weg zur Alm und retour.
Wir sind vom Parkplatz bei den Flatschhöfen gestartet und dort den Forstweg mit der Nr. 143 in ca. einer halben Stunde bei der vorderen Flatschbergalm angekommen. Bei dieser steht zur Zeit ein Baukran und es wird dort ein neuer Stall errichtet. Dort haben wir auf das Geburtstagskind gewartet, welches bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung von unserem Vorhaben hatte.

vordere Flatschbergalm

Brettlmarende - Speck
Wir begrüßten ihn mit einer Brettlmarende, also Speck, Kaminwurzen, ein gutes frisches Ultnerpaarl und ein Glasl Rotwein.
Nach dieser Rast führt uns der Weg in mässiger Steigung an einem kleinen Bachlauf voran, Richtung Tufferspitze und hintere Flatschbergalm, welche wir vom Startpunkt aus in ca. 1,5 Stunden erreichen.

Bachlauf








Es bläst ein scharfer Wind und deshalb treibt es uns in die Stube, wo wir dann eine Suppe mit Knödel und Salat verspeisen.
Auf allgemeinen Wunsch bereitet uns Irmgard, die Almwirtin dann noch eine große Pfanne "MUAS " zu. Diese wird vor dem Haus auf einem eigens dafür gebauten Herd zubereitet und hat uns allen sehr gut geschmeckt, wie man auch auf dem Foto erkennen kann.

leere Muaspfanne
Und hier noch einige Bilder

Hauswurz

Almenstrauß
typischer Ultner Holzzaun mit schrägen Holzlatten



Sonntag, 25. Juli 2010

Marillensonntag

Das nächste Wochenende steht das Dorf Laas im Vinschgau ganz im Zeichen der Vinschger Marille. Unter dem Motto " marmor & marillen " ist dies ein seit mehr als 10 Jahren stattfindendes Fest ganz im Zeichen des Laaser Marmors und der Vinschger Marille. Wer Zeit und Interesse hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen. Hier kann man sich die gesamte "Broschüre marmor&marillen Laas 2010" als PDF downloaden und weitere Infos zum Fest und dem dazugehörigen Markt finden.




Laaser Marmorblöcke

Ich hatte HEUTE einen Marillensonntag, da ich einige Kilos Marillen verarbeiten musste, da sie leider extrem schnell faulen. Einige Kilos habe ich zu Marillenmarmelade verkocht und mit den restlichen wollte ich einen Kuchen backen.

Bei Barbaras Spielwiese habe ich einen Kirsch Quarkkuchen entdeckt, der mich zwar sehr reizte, ihn mit Marillen zu backen, leider hatte ich nicht genügend Quark im Haus ( wer hat schon 750 gr Quark nur so am Sonntag im Kühlschrank?). Da ich aber nicht zu viel Zeit mit Rezeptsuche vor dem Pc verbringen wollte, habe ich meinen "stinknormalen " Blechkuchen aus " Meine Südtiroler Küche " gebacken. Einfach, schnell und guat.

Zutaten für ein Backblech:

250 gr weiche Butter
250 gr Zucker
5 Eier
1 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
etwas geriebene Zitronenschale
250 gr Mehl
1/2 Pkg. Backpulver
80 g geriebene Haselnüsse ( hatte keine, also wurde er ohne gebacken )
ca. 1,5 kg Marillen
etwas Staubzucker

  • Die weiche Butter mit dem Zucker, dem Vanillezucker, der Zitronenschale und dem Salz schaumig rühren.
  • Die Eier nach und nach einrühren.
  • Das gesiebte Mehl ( und wenn vorhanden die geriebenen Nüsse) und das Backpulver unter die Buttereiermasse heben.
  • Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech gleichmässig auftragen.
  • Die Marillen entsteinen, vierteln oder halbieren und eng auf die Masse legen.
  • Im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad eine halbe Stunde backen.

Den Blechkuchen in Stücke schneiden und mit Staubzucker bestreuen.
Im Kochbuch empfehlen sie auch, den Kuchen mit heisser Marillenmarmelade zu bestreichen, da er dadurch länger saftig bleiben soll.


 
und dies ist meine Interpretation von "Marmor & Marille"

Samstag, 24. Juli 2010

Wassertropfen

Wie schon bei meinem Post zum Fotoprojekt umschlungen angekündigt, möchte ich Euch hier einige Bilder meiner Wassertropfenfotos zeigen. Bei Shogi Heike und bei Günther bin ich auf solche Fotos gestossen und habe es natürlich auch selbst mal ausprobieren wollen. Und das Ergebnis dieses Experimentes seht ihr auf den folgenden Fotos.

Montag, 19. Juli 2010

Naturgewalten

Am Samstag Abend, ca 22.00 Uhr gab es oberhalb von Schenna ein Naturschauspiel mit ununterbrochenen Blitzen, welche ich zum erstenmal versucht habe, zu photografieren. Ich war selbst erstaunt , daß doch ziemlich einige brauchbare Bilder dabei waren. Zufällig fand ich auch noch folgenden passenden Artikel, der wie speziell für meine Bilder geschrieben wurde.


Artikel zum Titelthema " Aufruhr am Himmel " aus dem MERANER STADTANZEIGER Ausgabe 14

Aufruhr am Himmel

Brütende Hitze liegt über der Stadt. Auf dem flimmernden Asphalt quälen sich die Menschen durch die Straßen, wischen sich die Schweißperlen von der Stirn und stöhnen ob der das tägliche Leben belastenden Laune der Natur. Das Quecksilber im Thermometer zeigt eine rekordverdächtige Ausdehnung. Menschen, Tiere und Pflanzen lechzen nach Wasser, nach Abkühlung, nach Erleichterung. Voll Hoffnung richten die Menschen ihre Blicke zum Himmel, denn dort bereitet die Natur Gewaltiges, vielleicht auch Erlösendes vor.
Ein erstes Donnern verstärkt die aufkommende Hoffnung. Doch sofort mischt sich Angst ein, Angst vor ungezügelter Gewalt, Angst vor der alles beherrschenden Natur. Am Himmel türmen sich riesige Wolken zu bizarren Gestalten, wechseln rasch von fahler zu dunkler, schwarzer Farbe. Auf der Erde nimmt die Spannung zu, alles steht wie unter Strom. Das Leben hält den Atem an. Knisternde, knackende Geräusche unterbrechen die unnatürliche Stille. Alles Leben und Treiben scheint erstarrt zu einer Unheil verkündenden Momentaufnahme. Dann zieht plötzlich der erste Blitz seine Bahn über den tiefschwarzen Himmel, senkt sich in unfassbarer Geschwindigkeit zur Erde, bricht in einem Flammenstoß auf  und fällt in sich zusammen. Ein ohrenbetäubender Krach folgt dem feurigen Schauspiel. Die Erde ächzt und bebt und noch lange hallt das Grollen nach. Blitz folgt nun auf Blitz, Donner auf Donner. Der gepeinigte Himmel steht unter Feuer. Auf der Erde erstickt das anhaltende Grollen jeden Laut bereits im Keime. Die Wände der Häuser erbeben in ihren Grundfesten. Menschen erbitten Schutz vor Unheil. Der Himmel führt auf unnachahmliche Weise das Aufbäumen seiner Elemente vor. Dann fällt der erlösende Regen. Die ersten Tropfen verdampfen zischend in den Furchen des gepeinigten Bodens. Der Himmel öffnet seine Schleusen und gibt der Erde, wonach sie sich so sehr gesehnt hat. Sofort füllen sich alle Rinnen mit Wasserströmen. Der Boden saugt wie ein Schwamm auf, was er so lange entbehren musste. Mit vielen Millionen Regentropfen kehrt das Leben zurück.
Die Erde hat den Aufruhr am Himmel überstanden.
                                                                                                      Text von Margareth Bernard   (mb)
                                                                     




Samstag, 17. Juli 2010

Marillenknödel

Marillenknödel sind eines der Lieblingsgerichte meines Sohnes. Auf die Frage " was soll ich heute kochen, bekomme ich sehr oft zur Antwort - Marillenknödel, egal zu welcher Jahreszeit. Ausser der Saison mache ich sie einfach mit den eingefrorenen Marillen. Aber am besten sind sie natürlich, wenn die Marillen reif sind.
Meine Mutter hat die Marillenknödel immer mit Kartoffelteig zubereitet, und ich kann mich erinnern, daß das schon ein Aufwand war; zuerst Kartoffeln kochen, abkühlen lassen, ecc. Ich bereite sie schon immer mit einem Topfenteig zu; es geht wesentlich schneller und sie schmecken uns auch besser.
Auch essen wir sie nicht als Nachspeise, sondern einfach als süsses Hauptgericht und deshalb isst auch jeder so 3-4 Knödel.

Zutaten für ca 12 Marillenknödel:
  • 250 gr Topfen
  • ca 40 gr sehr weiche Butter
  • 1 ganzes Ei und 1 Eidotter
  • Salz
  • Mehl
  • Semmelbrösel
  • Zimt
  • Zucker
  • brauner Butter

Mit einer Gabel verrühre ich den Topfen mit der weichen Butter, etwas Salz unnd den Eiern in einer flachen Schüssel und füge dann einfach etwas Mehl dazu. Das ganz stürze ich dann auf die bemehlte Arbeitsfläche und mische nach Bedarf Mehl unter, bis ich einen festen Teig erhalte. Diesen forme ich zu einer Rolle und schneide mir 12 gleichmässig große Teigstücke zu. In jedes Teigstück drücke ich eine Marille, aus der ich den Kern entfernt und etwas Zucker gefüllt habe und umschliesse gleichmässig die Marille mit dem Teig.
Zwischendurch stelle ich einen Topf mit Wasser auf ( wie beim Nudelkochen ) und salze dieses, sobald es kocht. Die geformten Marillenknödel kommen jetzt ca 8 Min ins kochende Wasser ( bei den gefrorenen Marillen im Winter dauert es etwas länger ). In eine flache Pfanne gebe ich die Semmelbrösel, etwas Zimt und Zucker und vermische alles gründlich. In dieser Mischung werden anschliessend die gekochten Marillenknödel gewälzt. Serviert werden sie mit Zucker und flüssiger brauner Butter. Mmmm...


Dienstag, 13. Juli 2010

Alpenüberquerung zu Fuß mit Kind und Kegel

Gestern habe ich im Fernsehen bei der Sendung Südtirol Heute den Bericht der Familie Hofsaess gesehen, die mit 4 Kindern im Alter von 1-7 Jahren, 3 Eseln und einem Hund von Italien nach Deutschland zu Fuß die Alpen überqueren wollen. Sie sind im Piemont gestartet und wollen nach 1200 km in Thüringen, auf der Warthburg im September ankommen.

Sie haben Station und Zwischenstopp in Bozen gemacht und zogen dann weiter Richtung Reschenpaß. Heute habe ich sie in Naturns gesehen, als  ich auf dem Weg zum Bahnhof war. Ich  sah schon von weitem den Fuhrwagen samt den 3 Eseln und Herrn Hofsaess im Gespräch mit einigen Leuten und konnte nicht umhin, ihn und sein Gespann zu fotografieren. Seine Frau und die Kinder waren wahrscheinlich auf dem Spielplatz, der sich daneben befindet. Leider hatte ich keine Zeit, ein Gespräch zu führen, da der Zug schon im Kommen war.
Für die ganze Familie ist es sicherlich eine lehrreiche und interessante Zeit und Lebenserfahrung und irgendwie beneide ich sie sogar um dieses " Zigeunerleben ".

Hier noch ein Link zu Ihrer eigenen Blogseite spaziergang-ueber-die-alpen und einem Artikel auf stol.it.


Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und viele positive Erfahrungen.

Sonntag, 11. Juli 2010

Orecchiette mit Rucolapesto


Orecchiette mit Rucola Pesto
Wir haben den Pesto natürlich schon mal ausprobiert und es hat allen sehr gut geschmeckt - sogar dem Junior.

Rucolapesto

Es ist doch jedesmal dasselbe: man ist zwei Wochen nicht zu Hause und bei der Rückkehr gleicht der Garten einem halben Urwald. Ich gebe es ja zu, daß ich auch sonst mit dem Unkraut jäten nicht ganz so fleißig bin, aber in diesen zwei Wochen der Abwesenheit schiesst und sprießt es ganz besonders schnell. Fast als würden sich die Pflanzen das untereinander absprechen. Am schlimmsten ist es jedesmal mit der Rucola.

RUCOLA-URWALD

 Nachdem ich dann heute morgen ca. 3 Stunden dem Unkraut den Garaus gemacht und die Rucolablätter fein säuberlich gezupft und beiseite geräumt habe, gings ans Verwerten. Und was macht man mit soviel Rucola: zum Mittagessen einen feinen Salat mit Rucola, Tomaten und korsischen Ziegenkäse und der Rest wird zu einem feinen Pesto verarbeitet.

Zutaten: ( ohne Mengenangaben - ich habe einfach ein bisschen mit den Mengen herumexperimentiert.  )

  • Rucola
  • Parmesankäse
  • Walnüsse ( aus Mangel an Pinienkernen ) 
  • geriebene Mandeln ( als Variante )
  • Olivenöl
  • Knoblauchzehen
  • Salz
  • Pfeffer




Die Rucola habe ich gewaschen, trockengeschleudert und fein geschnitten. Diese wandert in den Mixer, jeweils mit einer großen Knoblauchzehe, geriebenen Parmesankäse, den Walnüssen ( im nächsten Mixgang kamen die Mandeln zum Einsatz ) Olivenöl, Salz und Pfeffer.























Alle Zutaten gründlich mixen, bis sie eine cremige Konsistenz erreicht haben und in kleine Gläser abfüllen.
Schmeckt zu Nudeln, aber auch als Dip und als Aufstrich auf einer gegrillten Cibattascheibe.
Ich bewahre die Gläser bis zur Verwendung im Kühlschrank auf.

  • Anmerkung: die Mischung mit den Walnüssen schmeckt leicht bitterer als jene mit den Mandeln. 



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